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Dreck

Seid nicht traurig. Das Land gehört Euch. - Noch ist die Sprache Deutsch... Denkt an Schiller und Goethe. Reiche Männer mit reichen Worten. Das sagt Euch Sad. Der Ausländer, der die deutsche Sprache liebt.

Eine Rose?

Eine Rose für die Dame?

Bitte. Rosen.

Er ist vor dem Krieg geflohen, aus Basra. Er liebt die deutsche Sprache, deshalb ist er hier und verkauft Rosen. Er wird kein Asyl bekommen, denn er ist nicht gefoltert worden. Er wird bei seiner Rückkehr auch nicht erschossen. Er hat nur Angst. Vor dem Geheimdienst. Vor dem Hass der Deutschen. Aber er liebt diese Kultur! Er will uns warnen vor dem „Dreck“, der sie zu vernichten droht.

Er hat Angst, Todesangst, in diesem bleichen, kalten Land – ein Ausländer, der noch ausländerfeindlicher, noch deutscher ist als alle Konservativ-Rechten zusammen! Wir sehen in einem bösen Zerrspiegel unsere Beschränktheit, unsere Vorurteile. Wir sollten ihm die Angst nehmen, die sein Leben zerfrisst…

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Pressestimmen

"[..] Schon kommt der Mann rein, mit einem Eimer voller Rosen, ,mit einem Kassettenrecorder, den er mit rosigen Schlagern bestückt und mit einem Rucksack, in dem sein Deutschland steckt - ein Klappstuhl in Schwarz-Rot-Gold. ... Er verkaufe Rosen, obwohl er kein Recht dazu habe, das sehe er ein. Er werde auch kein Asyl bekommen, denn er sei nicht gefoltert worden, und bei seiner Rückkehr werde er nicht erschossen. Man muss also kein Mitleid mit ihm haben.

[Der Autor] kreierte mit "Dreck" einen klugen Monolog, in dem er Klischees bricht, wenn er etwa dem Ausländer Sad fremdenfeindliche Sprüche in den Mund legt: "Das Boot ist voll. Zum Teufel mit der Gastfreundschaft. Ein paar Hundert, ein paar Tausend - meinetwegen, aber nicht eine ganze Völkerwanderung." Bei diesen Passagen wird auch die Stimme von Rauch lauter, aggressiver, seine Augen funkeln, es ist nicht mehr die sanfte Selbstanklage eines Unerwünschten [..] Es ist einer, der den Spiegel vorhält. [..] überzeugt der Monolog, nicht zuletzt dank des Spiels von Rauch, vertraut dem provokativen Text ohne druckfertige Antworten. Ein anregender Soloabend."

Dresdner Neueste Nachrichten

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Ensemble

Es spielen:

Sad: Thomas Rauch

Hinter den Kulissen:

Regie: Ulrich Schwarz

Ausstattung: Spielbrett

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